  Die Ära Baldauf(1986 - )Mit einer neuen Vorstandschaft ging der Verein in die Jubiläumssaison 86/87 und als ob die Aktiven dem Verein ein Geschenk machen wollten, wurde es ein besonders erfolgreiches Jahr. Bei den Gaumeisterschaften in Warmensteinach wurde Nico Reichenberger Kombinationsmeister und Meister im Spezialspringen der Jugend II; Peter Genser wurde 1. in der Allgemeinen Klasse und damit Vizemeister über 15 km, Petra Köstler wurde 1. bei den Damen und Renate Reichenberger 1. und damit Meisterin bei den Juniorinnen; Stefan Schmidt wurde 2. in Jugend I. Stefan Schmidt und Nico Reichenberger vertraten den Verein auch erfolgreich bei den bayerischen und deutschen Jugendmeisterschaften in Garmisch und Isny, für Titel reichte es allerdings noch nicht. Auf regionaler Ebene gab es jedoch noch Titel und zwar wurden in Marktredwitz Petra Köstler, später bekannt unter dem Namen Traßl, Fränkische Meisterin über 10 km, während Peter Genser endlich einmal den Titel über 30 km erringen konnte und das in seinem ersten Jahr als Senior. Seine gute Form führte auch dazu, dass er bei der erstmals in Warmensteinach ausgetragenen Deutschen Seniorenmeisterschaft 3. in der Altersklasse I werden konnte. Und noch zwei Namen tauchten erstmals richtig in den Ergebnislisten auf. Die Schwestern Eva und Tina Hottenroth machten mit vielen guten Resultaten in der Schülerklasse auf sich aufmerksam. Hinzu kamen von nun auch gute Ergebnisse von Rainer Traßl. Er kämpfte sich in den B-Kader der Nationalmannschaft, nein nicht wie man meinen sollte im Skilanglauf, sondern in der neu entstandenen Sommersportart Skiroller. Angesichts der guten Leistungen und auch auf Grund der Tatsache, dass es sogar hoffnungsvollen Nachwuchs gab, ging man daran das 40-jährige Bestehen des Vereins einmal groß zu feiern. Und so wurde am 24. Oktober 1997 ein richtiges Jubiläumsfest abgehalten. Insbesondere das Treffen der alten Skikameraden wird vielen in Erinnerung bleiben. Mit neuem Schwung ging man in die Saison 87/88 und diese Saison brachte erstmals einen deutschen Meistertitel für den Verein. Nico Reichenberger, als Kombinierer ein Einzelkämpfer innerhalb des Vereins, wurde in Warmensteinach Deutscher Jugendmeister in der Kombination und damit konnte er auch als erster Oberwarmensteinacher an einer Juniorenweltmeisterschaft teilnehmen. Man war im Verein natürlich sehr stolz, stolz aber auch auf die Leistungen der anderen Aktiven, denn sowohl Stefan Schmidt als Oberfränkischer Jugendmeister und Eva Hottenroth als Oberfränkische Schülermeisterin konnten sich hervortun. Leider gab es ähnliche Ergebnisse aus dem Seniorenbereich nicht zu berichten. Lediglich mit Thomas Reichenberger und Rainer Traßl hatte man Starter in der Herrenklasse . Peter Genser, Werner Reichenberger und Manfred Müller kämpften in der Altersklasse und auch bei den Damen war der Elan der frühen 80ziger Jahre dahin, obwohl mit Petra Köstler, Renate Reichenberger, Annette Genser und Andrea Schindler immer noch genügend Damen zur Verfügung standen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Vorsitzende des Vereins in seinem Geschäftsbericht im Frühjahr erneut die Nachwuchsproblematik ansprach.  |  | | Der "Deutsche Meister" bei einer seiner vielen Ehrungen |
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 Am 5.November 1988 kam es zum bis dahin schrecklichsten Tag in der Vereinsgeschichte. Bei Arbeiten im Start- und Zielbereich am Wagenthal, die im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Bayerischen Vereinsstaffel- und Langstreckenmeisterschaften standen, verunglückte der langjährige und unermüdliche Sportwart Werner Schmidt tödlich. Für den gesamten Verein und alle Kameraden war dieses tragische Ereignis ein schwerer Schock, das eine schwer zu schließende Lücke hinterließ. Dennoch setzte man weiter alles daran, die im Februar angesetzten Bayerischen Meisterschaften so vorzubereiten, dass sie allen Teilnehmern und Funktionären in guter Erinnerung bleiben würden. Doch leider verabschiedete sich der bis dahin im Fichtelgebirge durchaus schneereiche Winter just in dem Moment, als alles vorbereitet war und so musste man schweren Herzens die Meisterschaft nach Finsterau in den Bayerischen Wald abgeben. Sportlich war dieses Jahr dennoch ein Erfolg und 28 ! Aktive zeigten durchwegs gute Leistungen. Allen voran natürlich wieder einmal Nico Reichenberger der Bayerischer Vizemeister , Dritter bei der Deutschen Meisterschaft und Fünfter in der Alpencupgesamtwertung werden konnte. Zudem fuhr er auch erneut zu den Juniorenweltmeisterschaften nach Hamar in Norwegen. Neben Nico taten sich weiterhin Eva Hottenroth und Stefan Schmidt hervor. Eva schaffte in diesem Jahr die Aufnahme in den Nachwuchskader des DSV und Stefan erlangte den 5. Platz in der Gesamtwertung des erstmals ausgetragenen Deutschlandcups in der Jugend II. Und dann kam die Saison 89/90, die erste Saison nach dem Mauerbau, wo man sich wieder mit den Aktiven aus dem “Osten” messen konnte. Die Grenzen waren offen und der Kontakt zu den ehemaligen Kameraden konnte wieder aufgenommen werden. Für die Aktiven des Vereins änderte sich anfangs nicht viel, man war regional und überregional noch unter sich und so konnte der Sportwart in seinem Saisonbericht wieder etliche Titel verkünden : Fränkische Jugendmeisterin Eva Hottenroth und Fränkischer Juniorenmeister Stefan Schmidt in Warmensteinach, Bayerischer Meister in der Kombination in Rastbüchl Nico Reichenberger. Auch überregional konnten sich diese Drei dann in Szene setzen, besonders Eva, der es Dank guter Plazierungen bei den Bundesskispielen gelang ins C-Kader des DSV aufzurücken und auch Nico, der erneut bei der Junioren – WM, diesmal in Strbske Pleso, starten durfte. In Neubau wurden die Oberfränkischen Staffeln ausgetragen, erstmals mit Beteiligung des SC Dynamo Klingenthal, dessen Aktive auch prompt alle Staffeln gewannen und aufzeigten wie hoch das Leistungsniveau in der ehemaligen DDR war. Unsere Staffeln wussten dennoch zu überzeugen : die Damen mit Genser Annette, Schmidt Martina und Hottenroth Eva wurden Vizemeister und die Herren wurden mit Schmidt Stefan, Traßl Rainer, Genser Peter und Reichenberger Thomas 4. Die Langstreckenläufe fielen leider starkem Tauwetter zum Opfer. Beim traditionellen Staffellauf in O., der die Saison beendete, siegte überlegen der SC Vorwärts Oberhof und hier wurde allen klar, was man in der nächsten Saison überregional zu erwarten hatte. Im Sommer 1990 gab es nach langer Zeit wieder einmal einen Vereinsausflug, und dieser führte natürlich nach Klingenthal. Denn unmittelbar nach der Grenzöffnung konnte man die abgebrochenen Kontakte zu den Skikameraden aus dem Erzgebirge wieder herstellen. So fuhren Alt und Jung neugierig und gespannt nach Mühlleithen und Klingenthal. Dort verbrachte man dann für alle sehr informative und gemütliche Stunden in einer Wintersportgegend, die der des Fichtelgebirges sehr glich. Die Grillparty vor der Jugenherberge in Aschberg, von wo aus man bis zum heimatlichen Ochsenkopf sehen konnte, bildete den Abschluß einer gelungenen Fahrt. In der Saison 1990/91 mussten die Aktiven erfahren, dass ihnen der Wind auf überregionaler Ebene stärker um die Ohren pfiff, als gewohnt. Und dabei hatte alles so gut begonnen, denn bei den im Dezember 90 nachgeholten Langstreckenmeisterschaften des Skiverbands Oberfranken sicherte sich Stefan Schmidt den Juniorentitel über 30 km und auch bei den traditionellen Eröffnungsläufen in Warmensteinach und Oberwarmensteinach konnten die Aktiven gute Plazierungen vorweisen , ja es fanden sich sogar neue Namen in der Schülerklasse. Aber dann kam leider ein wetterbedingter Einbruch und bis Ende Februar gab es im Skigau keine Läufe mehr. Nur die bekannten Topleute konnten ihre Kräfte messen. Aber wie gesagt, die Konkurrenz aus den neuen Ländern machte ihnen schwer zu schaffen. Dennoch, Nico schaffte es erneut Bayerischer Meister in der Kombination zu werden und Stefan erkämpfte sich Rang 7 in der Gesamtwertung des Deutschlandcups bei den Junioren. Die Schwestern Eva und Tina Hottenroth hatten mit der starken Konkurrenz aus dem Osten wohl am meisten zu kämpfen. Diese Saison aber ging zu Ende, ohne dass es im Skigau einen Meisterschaftslauf gab, eine bis dahin einmalige Angelegenheit. “Der Wintersportverein Oberwarmensteinach feiert im 44. Jahr seines Bestehens Fahnenweihe” so konnte man es am 13. Juli 1997 vernehmen. Da man nicht länger bei Festzügen und Kirchenveranstaltungen als Ortsverein ohne Fahne sein wollte, hatte die Vorstandschaft dem Wunsch vieler entsprochen und so wurde zwei Tage lang Fahnenweihe gefeiert. Als Patenverein konnte man den wiedergegründeten Skiclub Aschberg/ Mühlleithen bei Klingenthal gewinnen, mit dem nach der Grenzöffnung die alten Banden wieder neu geknüpft wurden. Eine geeignete Fahnenbraut hatte man in Eva Hottenroth gefunden, während zum Fahnenträger der bis dahin erfolgreichste Sportler des Vereins Nico Reichenberger zur Verfügung stand. Selbst das ungemütliche Wetter konnte der Stimmung keinen Abruch tun und wohl jedem, der mitgefeiert hat, wird der Sonntagnachmittag im Festzelt in Erinnerung bleiben, bei dem die Aschberger Blasmusik für beste Stimmung sorgte.  |  | | Gruppenbild mit Fahne anläßlich der Fahnenweihe |
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 Im Herbst 1991 konnte man die neue Fahne dann auch gleich richtig präsentieren. Eine große Abordnung des Vereins nahm nämlich an einem historischen Festzug in Klingenthal teil, der auf Grund seiner enormen Länge, etwa 7 km , wohl auch jedem Teilnehmer in Erinnerung bleiben wird. Auch sportlich war man in der Saison 1991/92 sehr erfolgreich. Erstmals hatte man, auf Anregung des Sportwarts Genser, mehr als früher an diversen Sommerveranstaltungen teilgenommen. Neben dem Wintersport sollten den Aktiven noch andere Betätigungsfelder eröffnet werden und so stellte man sich der Konkurrenz auch in den Sportarten Mountainbike, Cross- und Strassenlauf, Skiroller, Triathlon und später auch Duathlon. Die Zahl der Leistungsträger im nordischen Bereich aber war leider zurückgegangen. Dennoch, die Bilanz war durchaus ansprechend, denn Nico Reichenberger konnte erneut und wieder in Warmensteinach Bayerischer Meister in der Kombination werden, zudem glänzte er als 5. bei der Deutschen Meisterschaft und bei diversen Europacup – Rennen . Stefan Schmidt schaffte es nach sage und schreibe 41 Jahren alle drei Oberfränkischen Meistertitel in der Herrenklasse in einer Saison zu gewinnen, denn nach Max Neukam ( 1951 ) hatte dieses Kunststück kein Sportler des Vereins mehr geschafft. Damit ist auch gesagt, dass man nach vielen Jahren wieder einmal den Staffeltitel gewinnen konnte und zwar mit Hanno Fröhlich, Stefan Schmidt, Nico und Thomas Reichenberger. Die Schwestern Eva und Tina Hottenroth dominierten auf regionaler Ebene ihre Klassen, national konnten sie sich aber leider nicht mehr im Vorderfeld plazieren. Diese Saison ging zu Ende mit einem gemeinsamen Vereinssportfest in Mühlleithen und auch dieses Treffen mit dem Patenverein wird allen, die dabei waren, auf Grund seiner einmaligen Atmosphäre in bester Erinnerung bleiben. “Im Wintersportverein soll Vielseitigkeit groß geschrieben werden” Unter diesem Motto kann man die nächsten fünf Jahre des WSVO zusammenfassend beschreiben. Denn im Verein vollzog sich ein Wandel. Die alten Leistungsträger zogen sich wegen ihrer beruflichen Ausbildung aus dem Leistungssport zurück und traten im wesentlichen nur noch auf regionaler Ebene in Erscheinung. Auch kurze Abstecher von Tina Hottenroth und Hanno Fröhlich ins Biathlonlager brachten keine nennenswerten Ergebnisse. Die Schülergruppe, die mühevoll aufgebaut worden war, zerbrach, weil zum einen die Winter nicht mehr so konstant wie früher waren und zum anderen die Verlockungen der Zeit sehr groß waren. Andere ehemaligen Leistungsträger kehrten dem Verein fast ganz den Rücken zu. Dennoch blieben genügend Aktive übrig, die, wie gesagt, vor allem regional in Erscheinung traten, und das sowohl im Sommer als auch im Winter. Insbesondere die wieder erstarkte Damenmannschaft tat sich hierbei besonders hervor, denn mit Sandra Traßl, Claudia Pscherer und Renate Reichenberger, zudem mit den Müttern Petra Traßl und Annette Genser verfügte der Verein über eine starke Truppe, die bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen erfolgreich war. Und auch die Herren konnten weiter gute Ergebnisse vorweisen. Hervorzuheben einmal mehr die Leistung von Stefan Schmidt, der sich als Mitglied der Hochschulmannschaft für die Universiade im Februar 1997 in Südkorea qualifizieren konnte. Das sportliche Angebot des Vereins wurde sowohl im Winter als auch im Sommer um diverse Veranstaltungen bereichert. Neben den traditionellen Winterveranstaltungen wie dem Bauer-Reichenberger-Traßl – Gedächtnislauf und dem 5x10 km – Staffellauf, ehemals Sternlauf, führte man auch Nachtstaffelläufe und Zweiersprints durch. Im März 1993 konnte man sich letztmals als Veranstalter der Oberfränkischen Vereinsstaffel- und Langstreckenmeisterschaften hervortun. Neu aufgenommen wurde eine Sommerveranstaltung. Mit dem “Großstaffellauf rund um den Ochsenkopf ”, der seit 1995 auch zum Angebot des Vereins gehört, wollte man eine in seiner Art einmalige Veranstaltung zur Bereicherung des Wettkampfgeschehens im Sommer anbieten.  |  | | Die erfolgreichen Teilnehmer des WSVO beim ersten Großstaffellauf |
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 Nach wie vor steht das Nachwuchsproblem im Vordergrund. Mehrmalige Versuche des Sportwarts und Trainers Peter Genser Nachwuchs für den Wintersport zu gewinnen zeigten bis jetzt nur wenig Erfolg und so geht der Verein in die Jubiläumssaison 1997/98 mit etwa 160 Mitgliedern, davon sind etwa zehn Schüler, fünf Damen und acht Herren aktiv tätig. Trotzdem, so findet der Chronist, hat der Wintersportverein Oberwarmensteinach auch zukünftig ein gewichtiges Wörtchen im Wintersportgeschehen Oberfrankens mitzureden.  |  | | Der Großteil der Aktiven von 1995 bis 1997 |
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